Audioprojekt II – Juvenile Prime


AUDIOPROJEKT II

Hätte mich vor 10 Jahren einer gefragt, »Alter, wer ist’n dein Vorbild?«, hätte ich wohl unumwunden »Stephan II« gesagt. Dazu ist es leider nie gekommen. Vielleicht, weil ich nie gefragt wurde. Vielleicht, weil es mir in der Situation dann doch nicht passend erschien. Vielleicht, weil ich mir dumme Fragen ersparen wollte? Das Audioprojekt II ist die nun schon nicht mehr ganz so junge Variante der einst im Dresdner Untergrund legendären Band „Die Stars“ – eine Band, die nie als große Nummer gefeiert wurde, die nie als Hoffnungsträger untergegangen ist, die nie auf MTV lief. „Juvenile Prime“ schließt an diese Tradition an. Irgendwie klingen Audioprojekt auch 2015 noch zu versponnen, als das man sie wirklich ernst nehmen könnte. Chaotisch und unstrukturiert sind die Songs, eisern erwehrt man sich Strophe-Refrain-Strukturen. Irgendwie wie Slipknot als Indie-Band. Irgendwie einleuchtend, dass man sie mag. Irgendwie einleuchtend, dass man sie nicht mag. Ob Ziehen, Drücken, Ziehen, Drücken („Hide in the Dark“), Spulen, Spulen, Spulen („Existence Fault“) oder Nicken, Nicken, Springen, Springen („Riding On A Fall“) – Audioprojekt II versprüht die Aura melancholischer Indie-Maschinen. Kalt im Grundtenor, tief berührend in den eingestreuten leisen Stellen. Ich leg mich fest, muss man mögen.

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