Al Gore – Drähsden


AL GORE

Denk ich an Dresden in der Nacht, … denk ich an Lichtenhagen, werden die einen dieser Tage sagen. Denk ich an AL GORE, die anderen. Wahrlich, letztere haben wenigsten etwas zu Lachen. Die Dresdner Gruppe klingt wie J.B.O. unter Zuckerschock. Die Jungs haben wohl die Ahoj-Brausetüte mit Kokain verwechselt? Das Trio sägt seit einigen Jahren in der Dresdner Neustadt herum, ihre neue EP „Drähsden“ ist nun eine Hommage an diese Stadt. Gemeint sind jedoch wohl vor allem die wenigen Straßenzüge des hiesigen Kneipenviertels. So fiedeln sie dahin: „Der Rudolph und der Leonhardt / Gebrüder im (ruhigen) Stil / Mit dem Bischof nehmen sie gern Platz / und pflanzten Bäume, gar viel“ oder „Hechtspäti, bunt wie nie / Empathie, hab ich für die / hier im Hechtspäti / ja, der Hechtspäti – Hechtspäti“. Dazu trommelt die Double-Bass, grindet oder coret es, oder wie die Kids das nennen, und die Gitarre wechselt zwischen hämmernden Powerchords oder Reverb-Licks, die meistens die Gesangslinie nachzeichnen. Ganz ehrlich, ich find’s unterirdisch! Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass AL GORE bei solch Indie-Spießern wie mir genau diese Reaktion hervorrufen wollen. Anton Launer verglich die Stimme des Sänger’s „Inge“ jüngst immerhin mit der von Till Lindemann. Und auch, wenn ich das nur fassungslos hinnehmen kann: eine Live-Show der Jungs, schau ich mir sicher an. Hoffentlich erkennen sie mich dann nicht.

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